Jesus beginnt

Stell dir vor, du bis Jesus, wohnst mit 28 Jahren immer noch bei deinen Eltern und arbeitest im Zimmereibetrieb deines Vaters. Nach einer durchzechten Nacht liegst du im Bett in süßen Träumen. Zwei kräftige Ohrfeigen wecken dich.

»Raus mit dir, du faules Stück Scheiße!« Dein Vater Joseph holt bereits zum dritten Streich aus, als du mühsam den Oberkörper aufrichtest.

»Hör‘ auf, alter Mann. Schrei‘ nicht so, ich habe Kopfschmerzen!« Du versuchst ein Lächeln, um ihn zu besänftigen. Die Anspannung der Gesichtsmuskeln verursacht noch mehr Schmerzen.

»Es reicht mir. Pack‘ die Sachen. Hau‘ ab. Das war die letzte Nacht in diesem Haus!«

Joseph wendet sich ab und schiebt im Hinausgehen den Türvorhang zur Seite. Du kriegst eine Wut. Leider hast du nichts Stabiles in greifbarer Nähe um es ihm in den Rücken zu werfen. Dann eben mit Worten:

»Fick‘ dich, du Arsch!« Dein Vater hält kurz inne, schüttelt den Kopf und geht. Hinter ihm fällt der Türvorhang zurück. Stöhnend lässt du den müden Körper in die weichen Schaffelle zurückfallen. Du denkst an Mutter Maria, die es mit diesem Holzkopf so lange ausgehalten hat. Kaum war sie vor drei Jahren langwierig an den Folgen eines unglücklichen Eselbisses gestorben, hatte Josef, vor dem Ende des Trauerjahres, diese kleine Philisterin Hannah aufgerissen und ins Haus geholt. Du denkst an die Verführungskünste der Stiefmutter, dieser geilen Sau. Du bist stolz, dass du ihrer Gier immer widerstehen konntest. Das war recht einfach, wenn du daran dachtest, wie deine steife Rute sich in ihrem Loch anfühlen würde, in dem kurz zuvor dein Vater abgespritzt hat. Prüfend fasst du an dein Geschlecht und bist beruhigt, denn der Gedanke an Hannah blieb folgenlos. Doch Johannes! Wie lieb er heute Morgen zu dir war!

Du bleibst ein Viertelstündchen liegen und reibst die Wurst. Die Stimmung ist jedoch im Keller. Langsam wird dir klar: Ein neuer Lebensabschnitt liegt vor dir, das ist beunruhigend. Du hast im ganzen Leben nie woanders als bei deinen Eltern geschlafen. Der Alte machte den Eindruck, als würde er diesmal Ernst machen mit dem Rauswurf.

Die Überlegungen haben ein plötzliches Ende, als Joseph wieder in die Kammer kommt. In der Hand hält er einen Knotenstock.

Er sagt nur: »Raus. Jetzt!«

Widerwillig entsteigst du dem Lager, greifst nach deinen Habseligkeiten und klemmst sie unter den Arm: Jesuslatschen, Brotbeutel, Winterumhang. Zwei Pergamentrollen in einer Lederhülle. Das war’s. Nein, da liegen noch zwei ungewaschene Lendenschurze unter dem Lager. Du breitest, ungesehen von Joseph, die Felle des Lagers darüber. Soll sie waschen, wer will. Jetzt, zu Beginn des Frühlings, sind auch die Nächte schon wärmer und der einfache Kaftan wird genügen. Du findest es sowieso besser, deinem Gehänge Platz zum Schwingen und Baumeln zu lassen.

Wortlos schiebst du dich an deinem Vater vorbei in die Küche. Hier hockt Hannah vor der Feuerstelle und rührt in einer Schüssel. Ihr üppiges Gesäß ist dir entgegengereckt, doch du achtest es nicht. Sie hält im Rühren inne, sieht nur kurz auf, dann arbeitet sie weiter. Du nimmst einen Jutesack vom Haken, stopfst deine Sachen hinein. Die Sandalen behältst du in der Hand, die wirst du draußen am Brunnen anziehen.

***

Du trittst aus der Hütte auf die Gasse. Wie an jedem Morgen, an dem du zu spät aufstehst, wirst du von der Obstverkäuferin Nadesdra, die ihren schäbigen Stand gleich gegenüber hat, auf das Schärfste beleidigt: »Moin, Jeschu, du ewiger Hosenscheißer! Muss dein armer Vater heute wieder allein die ganze Arbeit machen! Schäm‘ dich, du Pissnelke!«

Warum prallen die derben Worte an dir ab? Du bist verunsichert. In dir ist Neues, Seltsames. Etwas ist anders. Du weißt, dein Leben steht vor einem Umbruch. Nein, eine Veränderung hat schon stattgefunden, du spürst es.

Statt die Beleidigungen zu erwidern und weiterzugehen, weichst du einem Eselkarren aus, gehst die drei Schritte über die Gasse und bleibst breitbeinig vor ihrem Stand stehen. Der Gestank verfaulender Früchte kitzelt in der Nase. Nadesdra wird still. So hast du noch nie auf die Schimpftiraden der alten Frau reagiert. Sie hat Angst vor dir. Verlegen versucht sie ein Lächeln. Der Anblick der deutlich erkennbaren, fauligen Zahnstummeln macht sie noch hässlicher.

Du kennst sie schon ewig. Sie putzte deinen Hintern, wenn Mutter Maria wochenlang in Jerusalem anschaffen ging und Vater dich einfach bei ihr unterbrachte. Dir fällt ein, wie froh du damals warst, wenn Maria zurückkam und es wieder die süße, mütterliche Milch gab. Dagegen schmeckte die Ammenmilch aus den Zitzen der Nadesdra vermutlich wie ihre eigene Pisse. Als Säugling warst du wehrlos, wenn sie dir die Zitzen bot. Erst als du älter warst, zwischen hässlich und schön unterscheiden konntest, kam die Abscheu gegen diese Ausgeburt der Hölle. In dieser Zeit hast du auch begonnen, deinen Vater zu hassen, der sein Kind gnadenlos in die Obhut dieser widerlichen Mistkuh gab.

»Friede sei mit dir« sagst du.

Verdutzt schließt sie den Mund und schaut mit großen dunklen Augen zu dir auf.

»Willst du mich verarschen, du nichtsnutziger Sohn einer Hure?«

Sie ist verunsichert. Normalerweise werft ihr euch gegenseitig Beleidigungen an den Kopf. »Vertrottelte Dattelpflaume« ist noch eine der liebendwürdigeren Schimpfworte, mit denen du sie betitelst.

Du schüttelst den Kopf. Leise sagst du: »Nein. Verzeih‘ mir, ich habe gesündigt.«

»Verlogenes Stück Scheiße! Fauler Lumpenhund! Scher‘ dich zum Teufel!«

Nachdenklich nickst du. Sie hat ja recht. Dein ganzes bisheriges Leben war geprägt von Lüge, Faulheit und Verrat. Dir wird deutlich: Du bist in den Fängen des Widersachers gewesen. Wie viel Hütten, die du mit deinem Vater zusammen errichtet hast, sind schon am nächsten Tag in sich zusammengefallen, weil deine Arbeit nicht ordentlich war. Glücklicherweise kam bisher niemand dadurch zu Schaden.

»Ich komme morgen wieder. Soll ich dir ein wenig Brennholz mitbringen, liebe Nadesdra?«

Du wartest die Antwort nicht ab und gehst die Gasse hinunter zum Brunnen. Nadesdras Flüche verfolgen dich:

»Verkacktes Arschgesicht! Rotzbacke! Gottverfluchter Milchbubi!«

Deine neuen Emotionen sind ein Rätsel. Dir fallen nicht die passenden Antworten ein. Gerade den »Milchbubi« würdest du gern dreifach verflucht mit einer passenden Antwort zurückgeben. Ein bisher unbekanntes Gefühl nach Liebe wird stärker, du spürst es.

***

Nachdenklich erreichst du den ersten Brunnen. Die Zeit der morgendlichen Waschungen ist längst vorbei und du bist an dieser Wasserstelle allein. An den anderen 4 Brunnen auf dem Dorfplatz von Nazareth ist nicht viel los. Zwei Weiber ziehen Wasser aus einem Brunnen und füllen es in leere Krüge, die ein Junge bringt und dafür die vollen mitnimmt. Du ziehst den Kaftan aus, legst ihn auf den Brunnenrand und gießt einen bereitstehenden vollen Wasserkrug über deinen Kopf. Mit Sand aus der hölzernen Kiste neben dem Brunnen reibst du deinen Körper gründlich ein. Der Sand schmirgelt den Schmutz von deiner Haut. Mit zwei weiteren Wasserkrüge spülst du den Sand weg. Prüfend betastest du den schmutzigen Kaftan auf der Brunnenumrandung. Es gefällt dir nicht, dieses stinkende Etwas über deinen frisch gewaschenen Körper ziehen zu müssen. Doch was bleibt dir übrig? Das schmutzige Tuch fühlt sich schmierig auf deiner Haut an. Du nimmst dir vor, heute noch ein neues Gewand zu besorgen. Du stellst die Füße auf eine Steinbank und ziehst die Sandalen an. Der Riemen der rechten Sandale reißt ab. Du unterdrückst einen Fluch. So geht das nicht.

Seufzend wirfst du die Sandalen in den Jutesack. Deine Blicke suchen den Marktstand des Händlers für Männerkleidung. Vergeblich, denn in Nazareth ist nur einmal wöchentlich Markttag, der letzte war vorgestern. Heute ist, wie die meiste Zeit in deinem Leben, nichts los hier. Die tollen Frauen sind auch wieder fort. Der Knabe trägt gerade die letzten zwei Wasserkrüge in eine Gasse im Westen. Du überlegst, wie es jetzt weitergehen soll. Du hast kein Dach über dem Kopf, keine Arbeit, kaputte Sandalen und sprichwörtlich das letzte Hemd am Leib.

Allmählich kommen die Erinnerungen an den gestrigen Tag zurück. Gestern wolltest du nach der Arbeit wie immer in die Spelunke an der Höhlenwand gehen. Doch Nathael, einer der Mitarbeiter deines Vaters, wollte mit dir zu dem Lager der Täufer. Die hatten vor zwei Wochen am See Genezareth ein kleines Zeltdorf aufgebaut. Du hast auf ein schönes Pfeifchen gehofft und leckeren Wein. Jedenfalls hat dich der Nathael damit geködert.

Je mehr du an die vergangene Nacht denkst, desto düsterer wird alles. Ein Name, ein Gesicht fällt dir doch noch ein: Johannes! Dir wird seltsam warm, als du an ihn denkst. War er der Grund für, ja was eigentlich? Dir geht es anders als sonst, das spürst du. Was sagtest du zu deiner alten Amme? »Friede sei mit dir.« Statt ihr ordentlich die Meinung zu sagen. Es ist vielleicht keine schlechte Idee, das Zeltdorf der Täufer aufzusuchen. Den Johannes finden und ihn fragen, was in der gestrigen Nacht geschehen ist. Was gibt es sonst noch für Ideen? Keine. Also.

***

Auf dem steinigen Weg zum See hinunter kommen dir einige Fischer entgegen, die mit Kübeln voller Fische von ihrer Nachtfahrt auf dem See Genezareth zurückkehren.

Du kennst jeden Einzelnen von ihnen. Kein Wunder, in einem Dorf von der Größe von zwei Ziegenweiden. Allen voran stapft Zeander.

»Moin, Jesus!« ruft er. »Heute schon was für den Klimaschutz getan?«

Er redet aramäisch. Das ist deine Muttersprache, doch du weißt nicht, was er damit meint. Es ist sicher etwas Versautes, glaubst du.

»Ätsch, ich weiß aber, was du heute zum Mittagessen kriegst!«

Sicherheitshalber weichst du der Gruppe aus und gehst schneller, um Abstand zu den Fischern zu gewinnen. Glücklicherweise ist Zeander nicht der Hellste. Als er endlich verstanden hat, du hättest die Nacht bei seiner Belisma verbracht, bist du schon zu weit weg für eine mögliche Abreibung. Aber er lacht nur, denn er ist humorvoll und versteht den Witz.

Du drehst dich ein letztes Mal zu den Fischern um. Einer der Männer, du denkst, es ist Petrus, ist hinter den anderen zurückgeblieben und schaut dir nachdenklich hinterher.

***

Am Zeltlager der Täufer wirkt alles wie ausgestorben. Zwischen den Zelten ist niemand zu sehen. Du hörst Stimmengemurmel vom See her. Da unten sind sie, die ungefähr 50 Leute der Täufer.

Dir kommt die Versammlung seltsam vor. Alle Menschen stehen mit den Füßen reglos im See. In der Mitte der Gruppe befindet ihr Anführer. Das ist Johannes, denkst du. Immerhin: Du erkennst ihn wieder. Jede andere Erinnerung an die gestrige Nacht bleibt vage. Das Gefühl von inniger Zuneigung, von Liebe zu diesem Mann ist da und nach wie vor verwirrend. Du bleibst etwas abseits auf einer Sanddüne und wartest. Nach und nach löst sich die Ansammlung auf. Vereinzelt und in verschieden großen Gruppen gehen die Leute zu ihren Zelten zurück. Als sich Johannes umdreht und aus dem Wasser steigt, stehst du auf und suchst seinen Blick. Er sieht dich und kommt mit großen Schritten auf dich zu.

»Jesus, mein Freund!« ruft er dir entgegen.

Seine langen, lockigen schwarzen Haare wehen im kalten Seewind vor seinem Gesicht. Als er dich erreicht, nimmt er dich an beiden Händen und schaut dir tief in die Augen.

»Sei willkommen. Bist du gekommen, mein Erbe anzutreten?«

»Was?«

Du verstehst überhaupt nichts. Sein ganzes Verhalten ist dir zu aufdringlich, du befreist dich aus seinen Händen und trittst zurück.

»Ich will wissen, was du gestern Nacht mit mir gemacht hast!«

Johannes lacht.

»Du hast fünf meiner zehn Töchter gevögelt, das Viertel eines fetten Hammels gefressen, einen vollen Krug Wein aus Samaria gesoffen und zweimal in die Wellen des See Genezareth gekotzt. Nach der dritten Stunde des neuen Tages habe ich dir einen Tritt in den Hintern gegeben und in Richtung Nazareth angeschoben. Das war eine scharfe Vorstellung von dir!«

Du wirst blass und die Knie werden dir weich. Du fällst auf die Knie und bittest gen Himmel:

»Verzeih‘ mir oh Herr! Ich habe gesündigt!«

Du sagst es aus Scham, aus Verlegenheit und weil du eine gute Erziehung hattest. Dir wäre wohler, du wüsstest von deinen Sünden. Nach wie vor hast du keine Erinnerung, schon gar nicht an die von Johannes geschilderten gruseligen Geschehnisse.

Johannes lacht.

„Alter, das Kraut war wirklich gut, wenn du glaubst, was ich sage. DieIn Wahrheit bist du mit einem Depp aus dem Dorf zu uns gekommen, hast drei Züge von unserem guten Afghanischen Kraut geraucht warst weggetreten bis zum Morgengrauen. Dann haben wir dich nach Hause gebracht.«

Du weißt jetzt nicht, was du glauben sollst. Fünf Töchter von Johannes gevögelt zu haben gefällt dir jedenfalls besser, als die Nacht unter Drogeneinfluss verpennt zu haben.

»Du bist wohl etwas durcheinander?«

Johannes zieht dich hoch und umarmt dich.

„Ein mieses Kraut ist das, wenn du es das erste Mal nimmst. Komm mit ins Lager. Muriel kann uns einen Tee machen.«

»Wer ist Muriel?« fragst du.

»Meine zweite Frau. Nun komm schon!«

Du lässt dich von ihm ins Zeltlager führen. Johannes geht auf das größte Zelt zu und schlägt das Eingangstuch zur Seite.

»Tritt ein, mein Freund!«

In der Mitte des Zeltes brennt ein kleines Feuer aus Schafdung. Eine kleine Frau hockt davor und stochert in der Glut. Johannes befiehlt ihr:

»Mach‘ einen Sud aus Distelblüten. Jesus braucht jetzt was Starkes!«

Er bedeutet dir, auf einem Felllager an der Zeltwand Platz zu nehmen. Gemeinsam schaut ihr der kleinen Frau zu, wie sie den Tee zubereitet. Du hast tausend Fragen, doch keine einzige kannst du in Worte fassen. Also schweigst du. Johannes sagt ebenfalls kein Wort.

Die kleine Frau ist mit der Zubereitung fertig und gießt eine übelriechende, dunkle Flüssigkeit in eine Schale, diese reicht sie Johannes. Der gibt sie nach einem kurzen Schnuppern an dich weiter.

»Runter damit. Am besten, in einem Zug!«

In seiner Stimme liegt eine Befehlsgewalt, der du nichts entgegensetzen kannst. Kaum hast du die Schale geleert, explodiert ein Feuerwerk in deinem Kopf. Schlagartig wird dir klar, wer du bist und welche Aufgabe vor dir liegt. Du siehst, wie Johannes dich beobachtet und atmest ein paarmal tief durch.

»Täufer.«

Johannes schlägt die Augen nieder und murmelt: »Ja, Herr?«

»Ich bin nicht dein Herr« sagst du. »Du bist der Herr deiner selbst. Ich war und bin der Herr, der dich aus der Wüste geführt hat. Ich bin nicht mehr der Herr, der dich aus der Wüste geführt hat. Ich bin der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, in Ewigkeit, Amen!«

»Meister!« ruft Johannes.

Das kleine Weib ist in Ohnmacht gefallen. Du stehst auf und beugst dich über sie. Ihr Atem geht flach, ist fast nicht zu spüren. Deine Hände streicheln ihre schmutzigen Wangen. Alles was sie ist und in ihr ist, liegt offen vor dir wie eine Thorarolle. Du siehst ihre Leidenschaft, ihre Hingabe zu ihrem Mann, die Gier nach unerfüllter Liebe, den Wunsch nach einem größeren, schöneren Körper.

»Dreh‘ dich um und schließe deine Augen!«, befiehlst du Johannes.

Eine Hand legst du in ihren Schoß, die andere auf ihre Stirn. Ein kurzer Moment der Konzentration: Es ist vollbracht. Jetzt zu Johannes. Mit einer Hand auf seiner Schulter machst du ihn starr, unbeweglich. Die andere fasst sein Geschlecht und lässt göttliche Energie fließen. Ebenfalls vollbracht. Schon im Wegziehen der Hand spürst du seine Härte. Als du das Zelt verlässt, blicktst du zurück und siehst das Ergebnis deiner Schöpfung. Fassungslos, mit einer riesigen Beule vor der Hüfte, steht der Täufer vor dem Feuer. Er glotzt auf die große, üppige Frauengestalt, die sich vor dem Lagerfeuer mit gespreizten Beinen räkelt. Lächelnd trittst du ins Freie und schlägst das Zelttuch über den Eingang. Im Weggehen hörst du sie jubeln. Deine Schritte führen dich zum See. Jetzt willst du es wissen.

Die nackten Fußsohlen bleiben trocken, als du auf dem Wasser gehst. Nur hundert Ziegenlängen, dann bist du schon zufrieden. Als du zum Ufer zurückgehst, wirst du von den Täufern und den Fischern aus Nazareth bejubelt.

Du atmest tief durch. Die Mission hat begonnen, doch du hast Zweifel.